
Ambulanter Hospizdienst Pinneberg-Uetersen-Wedel
25421 Pinneberg
Der Bewerber
Unsere beiden ehrenamtlichen Sterbe- und Trauerbegleiterinnen Petra Wörm und Anja Beeck sind seit über 10 Jahren aktiv im Hospizdienst tätig. Beide begleiten erwachsene Sterbende und ihre Familien und trauernde Erwachsene und Kinder. Dabei haben sie erfahren, dass in Familien mit Sterbenden Kinder häufig außen vor gelassen werden. Erwachsene möchten die Kinder nicht mit den Themen Sterben, Tod und Trauer belasten. In den Trauerbegleitungen der Kinder erfahren die Begleiterinnen jedoch, dass die Kinder sich mit ihren Gefühlen und Fragen sehr allein gelassen fühlen. Kinder spüren die Gefühle der Erwachsenen, ihre Ängste und Hilflosigkeit. Dies macht ihnen Angst, aber sie trauen sich häufig nicht, Fragen zu stellen. Petra Wölm und Anja Beeck haben daher Fortbildungen besucht und ein Projekt entwickelt, um Kindern außerhalb des Familienalltags die Möglichkeit zu geben, über Gefühle der Freude und der Trauer zu sprechen und ihnen auch im Spiel und kreativ zu begegnen. Aus ihrer langjährigen Praxis als Sterbe- und Trauerbegleiterin bringen sie Themen in den Schulunterricht, die großes Interesse bei den Kindern hervorrufen. Die Kinder finden die Themen spannend und arbeiten gerne mit.
Das Projekt
Das Gefühleprojekt für die Grundschule ist ein Angebot, das für jeweils eine Klasse über 4 Schuljahre an 2 Tagen im Herbst angeboten wird. Thema im 1. Schuljahr ist: "Gefühle spüren". Auf einer Sonne werden freudige und auf einer Wolke traurige Gefühle gesammelt. Wut kann in den Brülleimer gerufen werden und zum Schluss sammeln die Kinder auf vorgefertigten Baumblättern aus Papier Ideen für Tröstliches. Diese Blätter werden an einen Trostbaum an die Klassentür geklebt, können ergänzt werden und bleiben dort. Der Baum wird im Laufe des Jahres oft besucht und genutzt. Im 2. Schuljahr geht es um "Überleben in der Natur". Die Kinder legen im Wald ihren Namen mit Stöcken und Blättern, erfahren die Natur und spielen Vertrauensspiele. Im 3. Schuljahr ist "Krankheit und Leid" das Thema. Die Puppe "Dr. Ludwig" begleitet die Kinder in ihren Fragen. Die Kinder beschreiben Krankheiten, die geraten werden und sprechen über heilbare und unheilbare Krankheiten. Sie sind sehr interessiert an den Erfahrungen der Sterbebegleiterinnen und bringen auch ihre eigenen Erfahrungen ohne Scheu ein. Im 4. Schuljahr geht es um die Themen "Sterben, Tod und Trauer". Auch hier bringen viele Kinder Erfahrungen ein. Die Puppe "Sensemann" muss überall dabei sein und die Kinder basteln mit Freude Totenköpfe und kleine Särge. Sie überlegen sich, wie sich Sterben wohl anfühlt. Sie sind erleichtert, wenn sie von ihrer eigenen Trauer um verstorbene Tiere oder Angehörige sprechen dürfen. Mit dem Preisgeld möchten wir neue Materialien, wie Sprungtuch, Bastelmaterial und Bücher für unsere Bücherkiste kaufen.
